Glaubensbekenntnis

GO 2020 identifiziert sich mit dem Glaubensbekenntnis der Weltweiten Evangelischen Allianz und an dem der Lausanner Bewegung (siehe unten).

Wir glauben

...dass die Heiligen Schrift, von Gott eingegeben ist, göttlich inspiriert, unfehlbar, absolut vertrauenswürdig; und die höchste Autorität in allen Fragen des Glaubens und Verhaltens ist...

Ein Gott, ewig existierend in drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist...

Unser Herr Jesus Christus, Gott manifestiert sich im Fleisch, Seine jungfräuliche Geburt, Sein sündenloses menschliches Leben, Seine göttlichen Wunder, Sein stellvertretender und sühnender Tod, Seine leibliche Auferstehung, Seine Himmelfahrt, Sein Mittlerwerk und Seine persönliche Rückkehr in Kraft und Herrlichkeit...

Die Errettung des verlorenen und sündigen Menschen durch das vergossene Blut des Herrn Jesus Christus durch den Glauben außerhalb der Werke und die Erneuerung durch den Heiligen Geist...

Der Heilige Geist, durch dessen Aufenthalt der Gläubige in die Lage versetzt wird, ein heiliges Leben zu führen, für den Herrn Jesus Christus Zeugnis abzulegen und für ihn zu arbeiten...

Die Einheit des Geistes aller wahren Gläubigen, der Gemeinde, des Leibes Christi...

Die Auferstehung sowohl der Erretteten als auch der Verlorenen; die zur Auferstehung des Lebens gerettet sind, die zur Auferstehung der Verdammnis verloren sind.

Source: www.worldea.org

Die Lausanner Bewegung

 

Einleitung

Wir, Glieder der Gemeinde Jesu Christi aus mehr als 150 Nationen, Teilnehmer am Internationalen Kongreß für Weltevangelisation in Lausanne, loben Gott, weil Er Sein Heil geschenkt hat und freuen uns an der Gemeinschaft, die Er uns mit Ihm und untereinander schenkt. Gottes Wirken in unserer Zeit bewegt uns tief. Unser Versagen führt uns zur Buße. Die unvollendete Aufgabe der Evangelisation fordert uns heraus. Wir glauben, dass das Evangelium Gottes gute Nachricht für die ganze Welt ist. Durch Seine Gnade sind wir entschlossen, dem Auftrag Jesu Christi zu gehorchen, indem wir Sein Heil der ganzen Menschheit verkündigen, um alle Völker zu Jüngern zu machen. Darum wollen wir unseren Glauben und unseren Entschluá bekräftigen und unserer Verpflichtung öffentlich Ausdruck geben.

 

1. Der Plan Gottes

Wir bekräftigen unseren Glauben an den einen ewigen Gott, Schöpfer und Herrn der Welt, Vater, Sohn und Heiligen Geist, der alles nach dem Sinn seines Willens regiert. Er hat aus der Welt ein Volk für sich selbst gerufen und sein Volk zurück in die Welt geschickt, um seine Diener und Zeugen zu sein, für die Erweiterung seines Reiches, den Aufbau des Leibes Christi und die Herrlichkeit seines Namens. Wir bekennen mit Scham, dass wir unsere Berufung oft verleugnet haben und in unserer Mission gescheitert sind, indem wir uns der Welt angepasst haben oder uns aus ihr zurückgezogen haben. Doch wir freuen uns, dass das Evangelium, auch wenn es von irdenen Gefäßen getragen wird, immer noch ein kostbarer Schatz ist. Der Aufgabe, diesen Schatz in der Kraft des Heiligen Geistes bekannt zu machen, wollen wir uns neu widmen.

(Jes. 40,28; Matth. 28,19; Eph. 1,11; Apg. 15,14; Joh. 17,6.18; Eph. 4,12; 1. Kor. 5,10; Rö. 12,2; 2. Kor. 4,7)

 

2. Die Autorität der Bibel

Wir halten fest an der göttlichen Inspiration, der gewißmachenden Wahrheit und Autorität der alt- und neutestamentlichen Schriften in ihrer Gesamtheit als dem einzigen geschriebenen Wort Gottes. Es ist ohne Irrtum in allem, was es bekräftigt und ist der einzige unfehlbare Maßstab des Glaubens und Lebens. Wir bekennen zugleich die Macht des Wortes Gottes, Seinen Heilsplan zu verwirklichen. Die Botschaft der Bibel ist an die ganze Menschheit gerichtet, denn Gottes Offenbarung in Christus und in der Heiligen Schrift ist unwandelbar. Der Heilige Geist spricht noch heute durch diese Offenbarung. Er erleuchtet Sein Volk in allen Kulturen. So erkennen die Gläubigen Seine Wahrheit immer neu. Der Heilige Geist enthüllt der ganzen Gemeinde mehr und mehr die vielfältige Weisheit Gottes.

(2. Tim. 3,16; 2. Petr. 1,21; Joh. 10,35; Matth. 5,17.18; Eph. 1,17.18; 3,10.18)

 

3. Die Einzigartigkeit und Universalität Christi

Wir bekräftigen, dass es nur einen Erlöser und nur ein Evangelium gibt, obwohl es eine große Vielfalt an evangelistischen Ansätzen gibt. Wir erkennen an, dass jeder Mensch durch seine allgemeine Offenbarung in der Natur eine gewisse Kenntnis von Gott hat. Aber wir leugnen, dass dies retten kann, denn die Menschen unterdrücken die Wahrheit durch ihre Ungerechtigkeit. Wir lehnen auch jede Art von Synkretismus und Dialog als abwertend gegenüber Christus und dem Evangelium ab, was bedeutet, dass Christus durch alle Religionen und Ideologien gleichermaßen spricht. Jesus Christus, der selbst der einzige Gottmensch ist, der sich selbst als einziges Lösegeld für Sünder hingegeben hat, ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen. Es gibt keinen anderen Namen, unter dem wir gerettet werden müssen. Alle Männer und Frauen sterben wegen der Sünde, aber Gott liebt alle und wünscht nicht, dass jemand stirbt, sondern dass alle umkehren. Doch diejenigen, die Christus ablehnen, lehnen die Freude über die Erlösung ab und verurteilen sich selbst zur ewigen Trennung von Gott. Jesus als "den Retter der Welt" zu verkünden bedeutet nicht, zu behaupten, dass alle Menschen entweder automatisch oder endgültig gerettet werden, noch weniger, dass alle Religionen in Christus Erlösung bieten. Vielmehr geht es darum, die Liebe Gottes zu einer Welt der Sünder zu verkünden und alle einzuladen, auf ihn als Retter und Herr in der von ganzem Herzen persönlichen Verpflichtung zur Reue und zum Glauben zu antworten. Jesus Christus ist über jeden anderen Namen erhaben; wir sehnen uns nach dem Tag, an dem sich jedes Knie vor ihm beugen wird und jede Zunge ihn bekennen wird, Herr.

(Gal. 1:6-9; Rö. 1:18-32; 1.Tim. 2:5,6; Apg. 4:12; Joh. 3:16-19; 2. Petr. 3:9; 2. Thess. 1:7-9; Joh. 4:42; Matth. 11:28; Eph. 1:20,21; Phil. 2:9-11)

 

4. Die Natur der Evangelisation

Evangelisieren bedeutet, die gute Nachricht zu verbreiten, dass Jesus Christus für unsere Sünden gestorben ist und nach der Heiligen Schrift von den Toten auferweckt wurde und dass er als regierender Herr nun allen, die bereuen und glauben, die Vergebung der Sünden und die befreienden Gaben des Geistes anbietet. Unsere christliche Präsenz in der Welt ist für die Evangelisation unerlässlich, ebenso wie jene Art von Dialog, deren Ziel es ist, sensibel zuzuhören, um zu verstehen. Aber die Evangelisation selbst ist die Verkündigung des historischen, biblischen Christus als Erlöser und Herr, um die Menschen davon zu überzeugen, persönlich zu ihm zu kommen und so mit Gott versöhnt zu werden. Wenn wir die Einladung zum Evangelium herausgeben, haben wir keine Freiheit, die Kosten der Nachfolge zu verbergen. Jesus ruft immer noch alle, die ihm folgen würden, auf, sich selbst zu verleugnen, ihr Kreuz auf sich zu nehmen und sich mit seiner neuen Gemeinschaft zu identifizieren. Zu den Ergebnissen der Evangelisation gehören der Gehorsam gegenüber Christus, die Eingliederung in seine Gemeinde und der verantwortungsvolle Dienst in der Welt.

(1. Kor. 15:3,4; Apg 2:32-39; Joh. 20:21; 1. Kor. 1:23; 2. Kor. 4:5; 5:11,20; Lukas 14:25-33; Mk. 8:34; Apg 2:40,47; Mk. 10:43-45)

 

5. Soziale Verantwortung der Christen

Wir bekräftigen, dass Gott zugleich Schöpfer und Richter aller Menschen ist. Wir müssen deshalb Seine Sorge um Gerechtigkeit und Versöhnung in der ganzen menschlichen Gesellschaft teilen. Sie zielt auf die Befreiung der Menschen von jeder Art von Unterdrückung. Da die Menschen nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, besitzt jedermann, ungeachtet seiner Rasse, Religion, Farbe, Kultur, Klasse, seines Geschlechts oder Alters, eine angeborene Würde. Darum soll er nicht ausgebeutet, sondern anerkannt und gefördert werden. Wir tun Buße für dieses unser Versäumnis und dafür, dass wir manchmal Evangelisation und soziale Verantwortung als sich gegenseitig ausschlieáend angesehen haben. Versöhnung zwischen Menschen ist nicht gleichzeitig Versöhnung mit Gott, soziale Aktion ist nicht Evangelisation, politische Befreiung ist nicht Heil. Dennoch bekräftigen wir, dass Evangelisation und soziale wie politische Betätigung gleichermaßen zu unserer Pflicht als Christen gehören. Denn beide sind notwendige Ausdrucksformen unserer Lehre von Gott und dem Menschen, unserer Liebe zum Nächsten und unserem Gehorsam gegenüber Jesus Christus. Die Botschaft des Heils schließt eine Botschaft des Gerichts über jede Form der Entfremdung, Unterdrückung und Diskriminierung ein. Wir sollen uns nicht scheuen, Bosheit und Unrecht anzuprangern, wo immer sie existieren. Wenn Menschen Christus annehmen, kommen sie durch Wiedergeburt in Sein Reich. Sie müssen versuchen, Seine Gerechtigkeit nicht nur darzustellen, sondern sie inmitten einer ungerechten Welt auch auszubreiten. Das Heil, das wir für uns beanspruchen, soll uns in unserer gesamten persönlichen und sozialen Verantwortung verändern. Glaube ohne Werke ist tot.

(Apg. 17,26.31; 1. Mo. 18,25; Jes. 1,17; Ps. 45,7; 1. Mo. 1,26.27; Jak. 3,9; 3. Mo. 19,18; Luk. 6,27.35; Jak. 2,14-26; Matth. 5,20; 6,33; 2. Kor. 3,18; Jak. 2,20)

 

6. Gemeinde und Evangelisation

Wir bekräftigen, dass Jesus Christus Seine erlöste Gemeinde in die Welt sendet, wie der Vater Ihn gesandt hat. Das erfordert, dass: wir ebenso tief und aufopfernd die Welt durchdringen. Wir müssen aus unseren kirchlichen Ghettos ausbrechen und in eine nichtchristliche Gesellschaft eindringen. Bei der Sendung der Gemeinde zum hingebungsvollen Dienst steht Evangelisation an erster Stelle. Die Evangelisation der Welt verlangt, dass die ganze Gemeinde der ganzen Welt das ganze Evangelium bringt. Die Gemeinde bildet die Mitte des weltumfassenden Planes Gottes und ist Sein auserwähltes Werkzeug zur Verbreitung des Evangeliums. Eine Gemeinde, die das Kreuz predigt, muß selber durch das Kreuz geprägt sein. Eine Gemeinde wird zum ernsthaften Hindernis der Evangelisation, wenn sie das Evangelium preisgibt, in keinem wirklich lebendigen Verhältnis zu Gott steht, die Menschen zu wenig liebhat und ihr auch in jeder Hinsicht, einschließlich Werbung und Finanzangelegenheiten, Lauterkeit fehlt. Die Gemeinde ist nicht so sehr Institution als vielmehr die Gemeinschaft des Volkes Gottes und darf mit keiner bestimmten Kultur, keinem sozialen oder politischen System, keiner von Menschen gemachten Ideologie gleichgesetzt werden.

(Joh. 17,18; 20,21; Matth. 20,19-20; Apg. 1,8; 20,27; Eph. 1,9- 10; 3,9-11; Gal. 6,14.17; 2. Kor. 6,3-4; 2. Tim. 2,19.21; Phil. 1,27)

 

7. Zusammenarbeit in der Evangelisation

Wir bekräftigen, dass die sichtbare Einheit der Gemeinde in Wahrheit Gottes Ziel ist. Evangelisation ruft uns auch zur Einheit auf, weil unsere Uneinigkeit das Evangelium der Versöhnung untergräbt. Wir stellen jedoch fest, dass es organisatorische Einheit in vielen Formen geben kann, dadurch aber nicht unbedingt die Evangelisation gefördert wird. Wir aber, die wir den gleichen biblischen Glauben haben, sollen uns eng in Gemeinschaft, Dienst und Zeugnis vereinen. Wir bekennen, dass unser Zeugnis manchmal durch sündhaften Individualismus und unnötige überschneidung beeinträchtigt wurde. Wir verpflichten uns, eine tiefere Einheit in Wahrheit, Anbetung, Heiligung und Sendung zu suchen. Wir drängen auf die Entwicklung regionaler und funktionaler Zusammenarbeit, um die Sendung der Gemeinde, die strategische Planung, die gegenseitige Ermutigung, die gemeinsame Nutzung der Mittel und Erfahrungen voranzutreiben.

(Joh. 17,21.23; Eph. 4,3.4; Joh. 13,35; Phil. 1,27; Joh. 17,11- 23)

 

8. Gemeinden in evangelistischer Partnerschaft

Wir freuen uns, dass ein neues Zeitalter der Mission angebrochen ist. Die beherrschende Stellung westlicher Missionen schwindet zusehends. Gott hat in den jungen Gemeinden eine große Quelle der Weltevangelisation entstehen lassen und zeigt damit, dass die Verantwortung für die Evangelisation dem ganzen Leib Christi zukommt. Jede Gemeinde soll daher Gott und sich selbst fragen, was sie tun muß, um nicht nur in ihrem eigenen Bereich zu wirken, sondern auch Missionare in andere Teile der Welt zu entsenden. Eine neue überprüfung unserer missionarischen Verantwortung und Aufgabe soll ständig vollzogen werden. Auf diese Weise wächst die Partnerschaft der Gemeinden, und der weltweite Charakter der einen Gemeinde Christi wird deutlicher hervortreten. Wir danken Gott für die Werke, die sich um die übersetzung der Bibel, um theologische Ausbildung, Massenmedien, christliche Literatur, Evangelisation, Mission, Erneuerung der Gemeinde und andere Aufgabenbereiche bemühen. Auch sie sollen sich in ständiger überprüfung fragen, ob ihre Wirksamkeit als Bestandteil der Sendung der Gemeinde gelten kann.

(Rö. 1,8; Phil. 1,5; 4,15; Apg. 13,1-3; 1. Thess. 1,6-8)

 

9. Dringlichkeit der evangelistischen Aufgabe

über 2,7 Milliarden Menschen, mehr als zwei Drittel der Menschheit, müssen noch mit dem Evangelium bekanntgemacht werden. Wir schämen uns, dass so viele vernachlässigt wurden; das ist ein ständiger Vorwurf gegen uns und die ganze Gemeinde. Jedoch ist jetzt in vielen Teilen der Welt eine beispiellose Aufnahmebereitschaft für den Herrn Jesus Christus zu erkennen. Wir sind überzeugt, dass jetzt die Zeit für Gemeinden und übergemeindliche Werke gekommen ist, ernsthaft für das Heil der bisher nicht Erreichten zu beten und neue Anstrengungen für Weltevangelisation zu unternehmen. In einem Land, das das Evangelium gehört hat, kann es bisweilen notwendig sein, Missionare und Geld aus dem Ausland zu reduzieren, um den Gemeinden im Land die Möglichkeit zum selbständigen Wachstum zu geben und um Hilfen für Gebiete, die das Evangelium noch nicht gehört haben, freizusetzen. Missionare sollen in zunehmendem Maße von allen Kontinenten in alle Kontinente im Geist demütigen Dienstes ungehindert gehen. Ziel soll sein, alle verfügbaren Mittel zu benutzen, so früh wie möglich jedem die Gelegenheit zu geben, die gute Nachricht zu hören, zu verstehen und anzunehmen. Ohne Opfer werden wir dieses Ziel nicht erreichen. Die Armut von Millionen erschüttert uns alle. Wir sind verstört über die Ungerechtigkeit, die diese Armut verursacht. Wer im Wohlstand lebt, muß einen einfachen Lebensstil entwickeln, um großzügiger zur Hilfe und Evangelisation beizutragen.

(Joh. 9:4; Matth. 9:35-38; Rö. 9:1-3; 1. Kor. 9:19-23; Mk. 16:15; Jes. 58:6,7; Jak. 1:27; 2:1-9; Matth. 25:31-46; Apg. 2:44,45; 4:34,35)

 

10. Evangelisation und Kultur

Die Entwicklung von Strategien zur Weltevangelisation erfordert bei der Wahl der Methoden Einfallsreichtum. Mit Gottes Hilfe werden Gemeinden entstehen, die in Jesus Christus fest gegründet und eng mit ihrer kulturellen Umwelt verbunden sind. Jede Kultur muß immer wieder von der Schrift her geprüft und beurteilt werden. Weil der Mensch Gottes Geschöpf ist, birgt seine Kultur Schönheit und Güte in reichem Maße. Weil er aber gefallen ist, wurde alles durch Sünde befleckt. Manches geriet unter dämonischen Einfluß. Das Evangelium gibt keiner Kultur den Vorrang, sondern beurteilt alle Kulturen nach seinem eigenen Maßstab der Wahrheit und Gerechtigkeit und erhebt absolute ethische Forderungen gegenüber jeder Kultur. Missionen haben allzu oft mit dem Evangelium eine fremde Kultur exportiert, und Gemeinden waren mitunter mehr an eine Kultur als an die Schrift gebunden. Evangelisten Christi müssen demütig danach trachten, sich selbst zu verleugnen, ohne ihre Persönlichkeit preiszugeben, um Diener anderer werden zu können. Die Gemeinden sollen Kultur umgestalten und bereichern, damit Gott verherrlicht wird.

(Mk. 7,8-9.13; 1. Mo. 4,21-22; 1. Kor. 9,19-23; Phil. 2,5-7; 2. Kor. 4,5)

 

11. Ausbildung und Gemeindeleitung

Wir bekennen, dass wir manchmal das Wachstum der Gemeinde auf Kosten ihrer Vertiefung betrieben haben und Evangelisation an den Fernstehenden von der geistlichen Stärkung der Gemeinde getrennt haben. Wir geben auch zu, dass einige unserer Missionswerke zu lange gezögert haben, einheimische Führungskräfte zuzurüsten und zu ermutigen, die ihnen zustehende Verantwortung zu übernehmen. Daher bejahen wir den Grundsatz der Eigenständigkeit und streben an, dass jede Gemeinde einheimische Leiter hat, die christlichen Führungsstil verwirklichen, der sich nicht im Herrschen, sondern im Dienen zeigt. Wir erkennen die Notwendigkeit, die theologische Ausbildung insbesondere für diejenigen, die die Gemeinde leiten sollen, zu verbessern. In jedem Volk und in jeder Kultur sollte es ein wirkungsvolles Ausbildungsprogramm für Pastoren und Laien in Glaubenslehre, Nachfolge, Evangelisation, Erbauung und Dienst geben. Ein solches Ausbildungsprogramm sollte sich nicht auf schablonenhafte Methodik verlassen, sondern durch schöpferische, einheimische Initiative nach biblischen Maßstäben entwickelt werden.

(Kol. 1,27-28; Apg. 14,23; Tit. 1,5.9; Mk. 10,42-45; Eph. 4,11- 12) 

 

12. Geistliche Auseinandersetzung

Wir glauben, dass wir uns in einem ständigen geistlichen Kampf mit den Fürsten und Gewaltigen des Bösen befinden, die versuchen, die Gemeinde zu überwältigen und sie an ihrer Aufgabe der Evangelisation der Welt zu hindern. Wir erkennen die Notwendigkeit, uns mit der Waffenrüstung Gottes zu versehen und diesen Kampf mit den geistlichen Waffen der Wahrheit und des Gebetes zu führen. Denn wir entdecken die Aktivität des Feindes nicht allein in falschen Ideologien außerhalb der Gemeinde, sondern gleichermaßen in der Gemeinde durch die Verkündigung eines anderen Evangeliums, das die Schrift verkehrt und den Menschen an die Stelle Gottes setzt. Wir müssen wachsam sein und die Geister unterscheiden, um die biblische Botschaft zu gewährleisten. Wir geben zu, dass wir selber nicht immer gegen die Weltlichkeit in unseren Gedanken und Taten immun sind, so daá wir uns dem Säkularismus ausliefern. Obwohl, um ein Beispiel zu nennen, sorgfältige Untersuchungen über zahlenmäßiges und geistliches Wachstum der Gemeinde richtig und wertvoll sind, haben wir sie manchmal nicht beachtet. Manchmal haben wir unsere Botschaft verwässert und durch Manipulation unsere Zuhörer unter Druck gesetzt, um für das Evangelium einen Erfolg zu erzielen. Wir haben zu großen Wert auf Statistiken gelegt und diese Unterlagen sogar unlauter benutzt. All dies ist weltlich. Die Gemeinde muß in der Welt leben, aber die Welt darf die Gemeinde nicht beherrschen.

(Eph. 6,12; 2. Kor. 4,3-4; Eph. 6,11.13-18; 2. Kor. 10,3-5; 1. Joh. 2,18-26; 4,1-3; Gal. 1,6-9; 2. Kor. 2,17; 4,2; Joh. 17,15)

 

13. Freiheit und Verfolgung

Es ist die von Gott bestimmte Pflicht jeder Regierung, Bedingungen für Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit zu schaffen, unter denen die Kirche Gott gehorchen, dem Herrn Jesus Christus dienen und das Evangelium ohne Beeinträchtigung predigen kann. Deshalb beten wir für die Führer der Nationen und fordern sie auf, die Gedanken- und Gewissensfreiheit sowie die Freiheit zu garantieren, die Religion im Einklang mit dem Willen Gottes und wie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgelegt auszuüben und zu verbreiten. Wir bringen auch unsere tiefe Besorgnis über alle zum Ausdruck, die zu Unrecht inhaftiert wurden, und insbesondere über diejenigen, die um ihr Zeugnis für den Herrn Jesus leiden. Wir versprechen, für ihre Freiheit zu beten und zu arbeiten. Gleichzeitig weigern wir uns, uns von ihrem Schicksal einschüchtern zu lassen. Gott, der uns hilft, auch wir werden versuchen, gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen und dem Evangelium treu zu bleiben, egal was es kostet. Wir vergessen nicht die Warnungen Jesu, dass Verfolgung unvermeidlich ist.

(1. Tim. 1:1-4; Apg. 4:19; 5:29; Kol. 3:24; Hebr. 13:1-3; Lk. 4:18; Gal. 5:11; 6:12; Matth. 5:10-12; Joh. 15:18-21)

 

14. Die Kraft des Heiligen Geistes

Wir glauben an die Kraft des Heiligen Geistes. Der Vater sandte Seinen Geist zum Zeugnis für Seinen Sohn; ohne Sein Zeugnis ist unser Zeugnis vergeblich. Erkenntnis der Sünde, Glaube an Christus, Wiedergeburt und Wachstum im Glauben sind Sein Werk. Der Heilige Geist ist ein missionarischer Geist. Evangelisation soll deshalb aus der geisterfüllten Gemeinde wie von selbst erwachsen. Wenn eine Gemeinde keine missionarische Gemeinde ist, widerspricht sie sich selbst und dämpft den Geist. Weltweite Evangelisation vermag nur dann eine Chance der Verwirklichung zu finden, wenn der Heilige Geist die Gemeinde in Wahrheit und Weisheit, in Glaube und Heiligung, in Liebe und Vollmacht erneuert. Wir rufen deshalb alle Christen auf, um ein gnädiges Kommen des souveränen Geistes Gottes zu beten, dass alle Seine Gaben den Leib Christi bereichern. Nur dann wird die ganze Gemeinde ein taugliches Werkzeug in Seiner Hand sein, damit die ganze Welt Seine Stimme hört.

(1. Kor. 2,4; Joh. 15,26-27; 16,8-11; 1. Kor. 12,3; Joh. 3,6-8; 2. Kor. 3,18; Joh. 7,37-39; 1. Thess. 5,19; Apg. 1,8; Ps. 85,4- 7; 67,1-3; Gal. 5,22-23; 1. Kor. 12,4-31; Rö. 12,3-8)

 

15. Wiederkunft Christi

Wir glauben, dass Jesus Christus persönlich sichtbar in Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird, Heil und Gericht zu vollenden. Die Verheißung Seines Kommens ist ein weiterer Ansporn für unsere Evangelisation, denn wir gedenken Seiner Worte, dass die Botschaft zuerst allen Völkern verkündigt werden muß. Wir glauben, dass die Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Seiner Wiederkunft von der Sendung des Volkes Gottes gefüllt werden muß. Wir haben kein Recht, die Mission vor dem Ende der Zeiten abzubrechen. Wir erinnern uns an Seine Warnungen, dass falsche Christusse und falsche Propheten sich als Vorläufer des Antichristen erheben werden. Deshalb widerstehen wir dem stolzen und selbstsicheren Traum, dass die Menschheit jemals Utopia auf Erden bauen kann. Unser christlicher Glaube ruht darin, dass Gott Sein Reich vollenden wird, und wir blicken erwartungsvoll auf den Tag, an dem ein neuer Himmel und eine neue Erde sein werden, in denen Gerechtigkeit wohnt und Gott für immer regiert. Bis dahin verpflichten wir uns zum Dienst für Christus und die Menschen in freudiger Hingabe an Seine Herrschaft über unser ganzes Leben.

(Mk. 14,62; Hebr. 9,28; Mk. 13,10; Apg. 1,8-11; Matth. 28,20; Mk. 13,21-23; Joh. 2,18; 4,1-3; Lk. 12,32; Off. 21,1-5; 2. Petr. 3,13; Matth. 28,18)

Verpflichtung

Deshalb verpflichten wir uns im Licht dieses unseres Glaubens und unserer Entscheidung feierlich vor Gott und voreinander, für die Evangelisation der ganzen Welt zusammen zu beten, zu planen und zu wirken. Wir rufen andere auf, sich uns anzuschließen. Möge Gott uns durch Seine Gnade helfen, damit wir zu Seiner Ehre dieser unserer Verpflichtung treu bleiben. Amen.

 

Source: www.lausanne.org